Ingeborg Bachmann (1926–1973) gilt als eine der faszinierendsten Stimmen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Eine Frau, die von sich selbst sagte, nur schreibend existieren zu können. Eine Frau, die als hochintelligent galt. Eine Frau, die rastlos an vielen Orten lebte. Eine Frau, die inmitten der großen Nachkriegsliteraten für besondere Aufmerksamkeit sorgte, als sie 1952 den Preis der Gruppe 47 erhielt. Das war zu jener Zeit die wichtigste literarische Ehrung im deutschsprachigen Raum für herausragende junge Autorinnen und Autoren.
Der Film „Jemand, der einmal ich war“ der Kölner Regisseurin Regina Schilling imaginiert einen Tag im Leben von Ingeborg Bachmann und zeichnet ein vielseitiges Porträt der Klagenfurter Autorin. Ein kunstvolles Geflecht aus Dokumentation und gespielter Inszenierung versucht, das durchaus widersprüchliche Werk und Leben der Bachmann – verkörpert von Sandra Hüller – zu fassen.
Doch bis heute bleibt die Frage aktuell: Wer war Ingeborg Bachmann, die am 25. Juni 1926 vor hundert Jahre geboren wurde und im Alter von 47 Jahren auf tragische Weise in Rom verstarb? Wie lebte sie? Welcher Mensch verbirgt sich hinter ihrem schriftstellerischen Werk? Und was bleibt, von ihr selbst und von ihrem Werk?
Wie weit war sie ihrer Zeit voraus, wenn sie sich in Interviews gegen die Institution Ehe aussprach, die Frauen zu Sklavinnen mache? Dies geschah vor dem Hintergrund, dass Frauen in der Nachkriegszeit und bis in die Mitte der 1970er-Jahre hinein zwar arbeiteten, aber nicht wirklich unabhängig waren.
Bachmann plädierte für eine Freiheit des Denkens und Wollens und sprach sich gegen die Konsumgesellschaft aus, lehnte den Materialismus ab und empörte sich über die Leute, die sich daran bereicherten. Ihr Credo war, dass Frauen gemeinsam mit Männern auf die Zukunft hinarbeiten sollten. Denn wenn man Frauen eine Chance gäbe, könnten sie genauso viel leisten und erreichen wie Männer.
Hat sich dieser Wunsch von ihr heute, 50 Jahre später, erfüllt? Wo steht unsere Gesellschaft heute in Sachen Gleichberechtigung?
Das Kollektiv 200 mit Kerstin Degen & Sabine Gabor führt künstlerisch in die Gedankenwelt ein. Eine fragende Annäherung an den Film sowie an die Person und an das Werk von Ingeborg Bachmann erfolgt durch die Anmoderation von Beatrix Sieben.
Filmvorführung am 29. Juli 2026 um 18.00 Uhr im Atelier Kino
Odeon-Apollo-Kinocenter, Löhrstraße 88, 56068 Koblenz
Weitere Informationen https://www.odeon-apollo-kino.de/event/125560










